Die Höhe von Schmuck

Wie ich heute aus dem Radio erfuhr, wurde bei einem Juwelier in Oberhausen „Schmuck in unbekannter Höhe“ entwendet. Mich beunruhigt das. Schnell kontrolliere ich meine Schmuckschatulle: Sieht alles aus wie immer. Colliers haben eine durchschnittliche Höhe von etwa 2 mm – die richtig dicken Goldketten konnte ich mir leider nie leisten. Ringe haben auch schon mal 3 oder 4 mm, wenn sie liegen, versteht sich, da es mit dem Aufstellen von Ringen schwierig ist. Aber selbst im aufrechten Stand bewegte sich ihre Höhe bei etwa 1–1,5 cm und hieße korrekt Durchmesser. Einige Anhänger und Ohrringe tanzen etwas aus der Reihe mit größeren Maßen – die 80er-Jahre, Sie wissen schon.

Was also hat es mit dem Oberhausener Schmuck in unbekannter Höhe auf sich? Möglicherweise handelt es sich hier um einen höchst korrekten Juwelier, der zur Höhe seines Schmucks wegen der (von mir angenommenen) Vielfalt der Ausführung keine Angaben machen wollte. Oder ist das gar die neue Maßeinheit für Schmuckdiebstahl? „Der ganze Schmuck, Stück für Stück aneinandergehängt, ergäbe die Höhe des Paderborner Domturms.“ (Das wären 93 m.) –  Was natürlich nur funktioniert, wenn man die Schwerkraft für die Dauer der Messung umkehrt.

Wenn sich nun der Juwelier einfach nicht erinnert, in welcher Schublade der gestohlene Schmuck lagerte? War es nun die in 53 oder in 70 cm Höhe? Oder hat die Polizei vergessen, in welchem Stockwerk der Juwelier residierte und wollte diesen kleinen Schnitzer elegant kaschieren?

Ich werde es wohl nie erfahren.

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2 Kommentare

  1. ekattwinkel

     /  12. Februar 2010

    Hallo,
    es macht mir Spaß, Ihre Blogbeiträge zu lesen. Hier einige weitere „Schmuckstücke“ aus Kommentaren bzw. Nachrichten: die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan sollten aufgestockt werden, die Arbeitslosen hingegen halbiert. Letzteres wäre wahrhaftig eine todsichere Methode zur Lösung des Problems.Ein Bericht über Hörtests in einem Altersheim endete mit dem schönen Satz: „Es ist wichtig, die Ohren nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.“
    LG E.K.

    Antwort
  2. Sehr guter Artikel. Erst zum Schluss hatte ich kapiert, welchen Umstand du eigentlich anprangerst. Daran kann man sehen, wie wir viele sinnlose und falsche Floskeln überhören und womöglich noch in unseren Sprachgebrauch übernehmen.

    Antwort

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