Ergreifend

Susan Boyle kann singen. Und wie sie das kann. Die Überraschung in der diesjährigen Show von „Britain’s Got Talent“, millionenfach angeklickt auf Youtube. Unglaublich, wie diese so gar nicht wie ein Engel aussehende Frau mit dem breiten Akzent im reinsten Englisch einen der schönsten Titel aus dem Musical „Les Miserables“ präsentiert. Wie alle sitze auch ich ergriffen und zu Tränen gerührt, während ich ihr lausche – und sie sehe.

Und warum ist das so? Weil eine nach heutigen Maßstäben hässliche Frau wunderschön singen kann. Es ist das gleiche Phänomen, von dem schon Paul Potts profitieren durfte. Sie sind nicht schlank, sie haben keine schönen Gesichter, ihre Haare sehen gestylt schlimmer aus als unsere, wenn wir morgens aufstehen – aber sie können tatsächlich singen. Kann das sein? Obwohl sie hässlich sind?

Es ist immer wieder aufs Neue entlarvend, wie sehr wir auf medienwirksames Äußeres fixiert sind. Wie selbstverständlich wir davon ausgehen, dass jemand, der so aussieht, kein Talent haben kann. Und wie gut wir uns fühlen, wenn wir dann mit Tränen in den Augen und Standing Ovations einem hässlichen Menschen ein Talent zugestehen. Was sind wir wieder großherzig.

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