Lohnende Arbeit

Als ich klein war, war die Welt noch in Ordnung. Man wurde größer und dabei älter (oder umgekehrt), beendete die Schule und lernte dann einen Beruf, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Viel hat sich bis heute daran auch nicht geändert. Das mit dem Lebensunterhalt ist allerdings so eine Sache. Immer mehr Vollzeitarbeitsplätze sind so schlecht bezahlt, dass die Arbeitnehmer ohne Hilfe vom Staat nicht leben können.

Seit wann ist es eigentlich üblich, dass ein Unternehmer sich die Lohnkosten zumindest teilweise vom Staat finanzieren lässt? Seit wann ist es üblich, dass der Staat = Steuerzahler = wir alle sich an den Kosten eines Unternehmens beteiligen, ohne in gleichem Maße am Gewinn beteiligt zu werden? Warum soll ich dazu beitragen, in Deutschland ein Lohnniveau zu etablieren, das in keinem Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten steht?

Nicht die Unternehmer, die diese Gelegenheit zur Gewinnmaximierung nutzen, sind hier in der Kritik, sondern eine Regierung, die solche Gelegenheiten auf dem Silbertablett präsentiert. Flächendeckender, branchenübergreifender Mindestlohn? Überflüssig – wenn’s nicht zum Leben reicht, zahlt eben die Gemeinschaft.

Irgendwie hatte ich „Kapitalismus“ anders verstanden. Ein Unternehmen, das nicht in der Lage ist, die Kosten zu decken, muss sich überlegen, wie es dieses Manko ausgleicht. Wer nicht genug eigene Mittel hat, wirbt diese von außerhalb ein und gibt dafür Anteile seines Unternehmens an die Investoren ab. Ich fordere hiermit meine Anteile ein.

„Arbeit muss sich wieder lohnen“ – erst jetzt wird die wahre Bedeutung dieses Wahlspruchs klar. Denn für wen sie sich lohnen soll, haben die weisen Lobbyisten wohlüberlegt verschwiegen.

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