Effizient gearbeitet

Weil CO2 an sämtlichen Umweltproblemen der Welt allein schuld ist Weil es gar so wichtig ist, den Eindruck zu erwecken was für Umwelt- und Klimaschutz zu tun, soll die „Energieeffizenz“ von Autos zukünftig mit Buchstaben von A bis F und schön bunt mit Farben von Dunkelgrün (gut) bis Dunkelrot (böse) gekennzeichnet werden.
Wunderbar. Erneut ein Glanzstück deutscher Lobbyarbeit.

Zunächst mal geht es in diesem Fall nur um den CO2-Ausstoß.

Fliegt da reines CO2 aus dem Auspuff? Gibt es nicht noch den einen oder anderen fiesen Stoff, den man auch nicht so richtig gern einatmet? Ach ja, CO2 ist ja der Klimakiller (waren das nicht mal die Fluorchlorkohlenwasserstoffe? Wie geht’s eigentlich dem Ozonloch?).

Auf einen Blick zu sehen, wie viel CO2 ein Auto in die Luft bläst, wäre vielleicht noch leidlich interessant gewesen. Immerhin, netter Versuch. Bis die Autoindustrie ins Spiel kam. Die kann natürlich ihre Umsätze Kunden nicht im Regen stehen lassen. Wo käme man denn da hin, wenn ein Porsche-Cayenne-Fahrer mit einem dunkelroten F zufrieden sein müsste? Das Image wäre total hinüber! Wer würde solche Dreckschleudern tollen Autos dann noch kaufen wollen?

Also nennt man das Ganze einfach „Energieeffizienz“.

Benzinverbrauch? Hat der nicht auch irgendwas mit Energie zu tun? Gibt es überhaupt einen Grund, den zu verringern?

Um die „Energieeffizienz“ zu berechnen, soll nun das Gewicht des Autos einbezogen werden. Ist ja auch gerecht. Wenn ein 2,5-Tonnen-Auto nur knapp 200 Gramm CO2 pro Kilometer(!) in die Luft bläst, ist das doch echt effizient. Da kann ein Kleinwagen mit 100 Gramm Ausstoß nicht mithalten. Gemessen am Gewicht ist das im Verhältnis viel weniger effizent. Es ist schließlich alles relativ. Und wen interessieren denn bitte acht Liter Benzinverbrauch? Wichtig ist doch, dass die Nachbarn sehen, dass man sich das locker leisten kann!

Immerhin muss man ja auch an die Arbeitsplätze denken. Wie soll das gehen, wenn der Papa nicht mehr für den nötigen Nachschub an Spielekonsolen sorgen kann? Was soll Mariechen dann im Sommer den ganzen Tag machen? Wer sein Kind liebt, lässt es doch nicht draußen spielen!

Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Früher trieben sich die Kinder im Sommer bei schönem Wetter den ganzen Tag draußen(!) herum und teilweise sogar auf der Straße(!!) (deshalb hatten die Pseudogeländewagen diese praktischen KinderKuhfänger vor dem Kühlergrill).

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, die Energieeffizienz. Nachdem wir also festgestellt haben, dass Benzinverbrauch mit Energieeffizienz nichts zu tun hat und dass ein Ausstoß von 200 Gramm CO2 effizienter ist als einer von 100 Gramm, bleibt nicht mehr viel zu sagen als: danke, Autolobby!

nachgetragen


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