Baldiges Ableben von Sarrazin erwartet

Wenn die SPD es nur halbwegs ernst meint mit dem „S“ in ihrem Namen, sind die Tage des Thilo S. gezählt.

Die Trauer hält sich in Grenzen.

nachgetragen

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6 Kommentare

  1. Maurizio Capelli

     /  29. August 2010

    Sarrazin hat in der Zeit-Online ein Interview gegeben:

    http://www.zeit.de/2010/35/Sarrazin

    Verglichen mit der Neo-Fascho-Bewegung, auf die leider sehr viele Deutsche hereinfallen, Schlaue und Mächtige genau wie Idioten (mit Abschnittsbeauftragten, Grenzhelfern etc „wir alle sind die Staatsgewalt und pfeifen auf die Verfassung“), kommt mir Sarrazin wirklich vernünftig vor, weil er scheinbar Einzelgänger ist.

    Antwort
    • Worin äußert sich diese „Vernunft“? Darin dass er Einzelgänger ist? Was er nicht ist, wie die Reaktionen auf seine plakativ-provokativen Äußerungen zeigen. Was ist vernünftig daran, eine notwendige und wichtige Debatte auf Stammtisch-Niveau herabzuziehen? Überhaupt nichts, im Gegenteil. Sarrazins „Vernunft“ kann für manche Menschen lebensgefährlich werden.

      Antwort
  2. firecloud

     /  29. August 2010

    Ich habe gerade das mit dem obigen Beitrag verlinkte Interview mit Herrn Sarrazin gelesen und ich muss sagen, bis auf die eine oder andere Einzelheit – ist es tatsächlich alles so falsch, was er sagt? Schwimmen wir möglicherweise alle auf der Welle der politischen Korrektheit in unseren Untergang? Weil sich niemand traut, die Probleme beim Namen zu nennen?

    Ich bin kein Rassist und befürworte Einwanderung und die daraus resultierende multikulturelle und dynamische Gesellschaft. Hier in Grossbritannien sind das ebenfalls sehr explosive Themen, die bisher keine der politischen Parteien effektiv angeht.

    Aber den Kopf in den Sand zu stecken, anstatt die entstandenen gesellschaftlichen Probleme anzugehen, kann in der Zukunft unter Umständen unkontrollierbare Folgen haben.

    Hier ein kleines Beispiel: in einer TV Dokusendung über die langfristigen Ziele des Muslim Council in Grossbritannien wurde aufgedeckt, dass gewisse – einflussreiche – Teile muslimischer Gruppen gezielt (auch mit dubiosen Methoden) darauf hinarbeiten, politische Gremien zu infiltrieren, um durchzusetzen, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen den Scharia Gesetzen unterstellt werden können. Langfristig sollen diese dann auf die gesamte Bevölkerung ausgeweitet werden. Und das Schlimme ist, es gibt tatsächlich Politiker, die dem nicht unbedingt abgeneigt sind!

    Es ist durchaus möglich, dass es sich hierbei nur um einzelne kleine Gruppen handelt, die nicht dieselben Ziele und Ideale haben wir die meisten ihrer Kulturgenossen. Tatsache aber ist, dass durch eben unsere politsche (Über-)Korrektheit Menschen mit extremistischen Zielen zu einflussreichen Positionen verholfen werden, in denen sie diese leichter in die Medien bringen und durchsetzen können, indem sie sich auf kulturelle Benachteiligung berufen.

    Wie gesagt, ich bin kein Rassist, aber ich habe durchaus etwas dagegen, dass mir in zwanzig Jahren vielleicht z. B. vorgeschrieben wird, dass ich ein Kopftuch zu tragen habe, mich nicht von meinem Mann scheiden lassen kann, obwohl der mich verprügelt, während dieser mich jederzeit grundlos auf die Strasse setzen darf.

    Es ist durchaus möglich, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen sich das westliche ‚demokratische‘ System zu Nutze machen, um eben dieses ultimativ abzuschaffen. Utopie? Ich hoffe es ja. (Aber hatten wir sowas nicht schon mal…?

    Man kann den Herrn Sarrazin mögen oder nicht. Aber vielleicht ist es gar nicht so dumm, erst mal das Buch zu lesen und zu schauen, ob er wirklich so unrecht hat. Und selbst wenn, so handelt es sich um die Meinung eines Einzelnen. Zum Glück gibt es sie ja noch, die Meinungsfreiheit, oder?

    Um klarzustellen: die Eingliederung Einwanderer ist ein unglaublich kompliziertes Thema, das viele Bevölkerungsgruppen betrifft, längst nicht nur Muslime, und längst nicht nur religiös motivierte Gruppen. Ich habe diese nur als Beispiel für eines von vielen Problemen herausgegriffen, um zu zeigen, dass einige Äusserungen des Herrn Sarrazin möglicherweise Substanz haben.

    Antwort
    • Leute, die ihre Sätze mit „Ich bin zwar kein Rassist, aber …“ anfangen, sind meist doch welche. Wenn sich in Europa irgendwann (wieder!) eine Frau nicht mehr von ihrem Mann scheiden lassen kann, liegt das zu 99 % nicht am Islam, sondern an christlichen Fundamentalisten. Und an Menschen wie Thilo Sarrazin, der sich fragt „welche gesellschaftlichen Umstände und individuellen Dispositionen dazu führen, dass es so viele Alleinerziehende gibt, und was man dagegen tun kann.“ Vater-Mutter-Kind – die einzig anerkannte Lebensform? Hatten wir alles schon, vielen Dank.

      Natürlich schafft es nicht einmal Herr Sarrazin, nur Schwachsinn von sich zu geben, ein oder zwei unbelastete Sätze sind immer mal drin. Was aber an Sätzen wie „Juden teilen ein bestimmtes Gen“ oder „Die Deutschen hätten sich damit quasi abgeschafft. Manche mögen dieses Schicksal als gerechte Strafe empfinden für ein Volk, in dem einst SS-Männer gezeugt wurden – nur so lässt sich die zuweilen durchscheinende klammheimliche Freude über die deutsche Bevölkerungsentwicklung erklären.“ auch nur entfernt wahr oder vernünftig sein soll, wird mir niemand erklären können.

      Dass er sich jetzt als großer Mahner geriert, ist einfach nur lächerlich. Bereits zu Kohls Regierungszeit wurde gefordert, endlich anzuerkennen, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, und entsprechende Einwanderungskriterien zu erstellen. Er ist da bei Weitem nicht der Erste und der märtyrerische Mahner in der Wüste, als der er sich so gern darstellt. Niemand wird behaupten, dass in Deutschland alles toll ist. Niemand, der auch nur ein bisschen Verantwortungsgefühl hat, wird allerdings die Probleme zu lösen versuchen, indem er ganze Bevölkerungsgruppen pauschal abwertet und diffamiert.

      Im Übrigen erinnert mich die Argumentation „ein bisschen hat er ja Recht“ stark an „früher war ja nicht alles schlecht. Immhin hat Hitler uns ja die Autobahnen gebracht.“ (Was zwar nicht stimmt, aber egal.)

      Wer sich ein Urteil über das Buch bilden will, kann gern die Vorabdrucke bei der Zeitung mit den großen Buchstaben lesen. Ich werd allerdings einen Teufel tun, die hier zu verlinken.

      Edit: Noch ein kleines Zückerchen:
      „Wir nehmen als unvermeidlich hin, dass Deutschland kleiner und dümmer wird.

      Wir wollen nicht darüber nachdenken, geschweige denn darüber sprechen. Aber wir machen uns Gedanken über das Weltklima in 100 oder 500 Jahren.

      Mit Blick auf das deutsche Staatswesen ist das völlig unlogisch, denn beim gegenwärtigen demografischen Trend wird Deutschland in 100 Jahren noch 25 Millionen, in 200 Jahren noch 8 Millionen und in 300 Jahren noch 3 Millionen Einwohner haben. Warum sollte uns das Klima in 500 Jahren interessieren, wenn das deutsche Gesellschaftsprogramm auf die Abschaffung der Deutschen hinausläuft?“

      Diese „Argumentation“ ist so hahnebüchen dumm, dass es schon fast wehtut, oder es handelt sich hier um übelste völkische Scheiße. Ist doch egal, wenn die Erde hops geht, wenn es dann sowieso auf ihr keine Deutschen mehr gibt?

      Wer mir erzählen will, da sei igendwas Wahres oder Vernünftiges dran, soll mir nicht erzählen, er sei kein Rassist.

      Antwort
  3. Schreibtischtäter

     /  30. August 2010

    Also, der Thilo, der meint das ja eigentlich alles gar nicht so. Hat er jetzt gesagt. Und wenn der Thilo was sagt – das haben wir ja hier in den Kommentaren gelesen – dann ist das ja gar nicht so falsch.

    „Die Unterstellung, ich hätte irgendwo in diesem Buch behauptet, muslimische Migranten seien aus genetischen Gründen anders, die hat mich schon betroffen gemacht. Es ist eine böswillige Interpretation.“

    Dann sind wir Deutsche (Haben wir eigentlich auch ein besonderes Gen?) also gar nicht so dumm, sondern nur böswillig?
    Und die „These, Integrationsprobleme lägen an Kultur und Religion“ ist ja eigentlich auch gar keine These, sondern nur eine Vermutung. Hat der Thilo gesagt.
    In der SPD will er übrigens auch bleiben und keine neue Partei gründen. In neuen Parteien versammeln sich ja „sehr schnell die Spinner aller Coleur“.
    Obwohl das würde ja irgendwie auch wieder passen, oder?

    Artikel zum Nachlesen: http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/deutschland/11081648-Sarrazin-verteidigt-sich.html

    Antwort

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