L’État, c’est … qui?

Besonders interessant ist eine heutige Meldung vor dem Hintergrund der Ereignisse des 30. September in Stuttgart:

„Das Bundeskabinett in Berlin hat beschlossen, dass Widerstand gegen Polizisten künftig härter bestraft werden kann. Einem Gesetzentwurf des Innenministeriums zufolge drohen bei einfachem Widerstand gegen Beamte nun bis zu drei Jahre Haft – statt bislang zwei. Widerstand gegen einen Polizisten liegt beispielsweise dann vor, wenn ein Demonstrant sich bei einer Festnahme aus dem Griff des Polizisten losreißt, ohne diesen zu verletzen.“ (tagesschau.de)

Mittlerweile geht es in der Politik anscheinend nur noch darum, den Staat, und diejenigen, die sich für denselben halten (und damit einem vor-aufklärerischen Irrtum verfallen sind) vor seinem vermeintlich größten Feind zu schützen: dem Volk.

Mir wäre jedenfalls nicht bekannt, dass ein Polizist, nachdem sich ein Demonstrant bei einer Festnahme aus seinem Griff losgerissen hat, ohne ihn zu verletzen, eine Essstörung entwickelt hat oder zu selbstverletzendem Verhalten neigt. Auch von Alpträumen nach dem verletzungsfreien (selbstredend nur für den Poliszisten) Losriss eines Demonstranten bei dem betroffenen Staatsdiener habe ich keine Kunde.

Man könnte auf die Idee kommen, dass an anderer Stelle größerer und dringenderer Handlungsbedarf besteht.

  • Ein Vater aus Dorsten ist empört: Mit zwei Jahren auf Bewährung kam der Nachbar davon, der seine siebenjährige Tochter missbrauchte. (DerWesten.de)
  • Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung wurde am gestrigen Abend ein 63-jähriger Lehrer wegen sexuellen Missbrauchs in 172 Fällen verurteilt. (suedkurier.de)
  • Ein 21-Jähriger missbrauchte eine 12-Jährige. Nun kam er mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon. (bz-berlin.de)
  • Wegen sexuellen Missbrauchs ihrer Kinder hat das Landgericht Berlin am Freitag eine 51-jährige Frau zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. (tagesspiegel.de)
  • Das Landgericht hatte den Mann, wie berichtet, zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, nachdem er sexuellen Missbrauch seiner Tochter in 282 Fällen gestanden hatte. (tagesspiegel.de)
  • Das Landgericht Kassel hat im Fall des tausendfachen Kindesmissbrauchs (eine Vielzahl der Taten war bereits verjährt) das Urteil gesprochen. Der Angeklagte muss lediglich für 5 Jahre hinter Gitter. (carechild.de)

Das könnte man ohne lange suchen zu müssen seitenweise weiterführen. Erde an Berlin …

nachgetragen

#

Advertisements
Hinterlasse einen Kommentar

Ein Kommentar

  1. traffixx

     /  13. Oktober 2010

    Meistens will man nur noch schreien…..

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: