Ein Ruck ist durch Deutschland gegangen – nach rechts

Immer deutlicher zeigt sich die Fremden- und Islamfeindlichkeit vieler Deutscher. Erschreckend vieler. War sie bisher eher latent vorhanden, manifestiert sie sich jetzt zunehmend eindeutiger. „Seit der Debatte um Sarrazin kann man sich trauen, den Islam offen zu kritisieren“ lautete eine Feststellung des ARD-Politmagazins „Report Mainz“, der immerhin 44 Prozent der Befragten zugestimmt hatten, schreibt die Schweizer NZZ. Und stellt weiter richtig fest: Es erstaunt denn auch wenig, dass der Sarrazin-Effekt auch für die Politik als willkommenes Wahlkampfinstrument wahrgenommen wird. Es erstaunt zwar nicht, ist aber deshalb nicht weniger erbärmlich und armselig, dass Politiker mit diesem gefährlichen Funken, der schon einmal einen Flächenbrand auf der ganzen Welt ausgelöst hat, zündeln; aus dem einzigen Grund, ihre Macht zu erhalten und die ertragreichen Pfründe zu sichern.

Einen Vorteil hat diese unselige Entwicklung jedoch: Jetzt kommen diejenigen, die unter dem Deckmantel braver Bürgerlichkeit bisher nur hinter vorgehaltener Hand oder nach dem dritten Bier ihren Hass auf alles Fremde äußerten, aus ihren Löchern und zeigen sich. Hoffentlich wird das in Europa und der ganzen Welt sehr genau zur Kenntnis genommen, was hier nicht mehr im Verborgenen, sondern ganz offen wächst. Nur so lässt sich verhindern, dass erneut ein Funke aus Deutschland zur Feuerwalze wird.

nachgetragen

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