Islam, Koran, ich kann es nicht mehr hören!

Immer wieder wird in diesen unsäglichen Islam-Debatten von irgendwelchen Pseudo-Schriftkundigen auf Passagen im Koran verwiesen, die beweisen sollen, dass der Islam, dessen Grundlage der Koran bekanntlich ist, i-bäh, böse, unserer Kultur feindlich gesinnt und in keiner Form in unser tolles Deutschland integrierbar ist.

Lest doch bitte erst einmal die Bibel! Offensichtlich habt Ihr keine Ahnung, was dort alles an gewalttätigen Anweisungen, diskriminierenden Aussagen und mit unserer Kultur nicht einmal ansatzweise zu vereinbarendem Schwachsinn drinsteht. Und obwohl das Christentum unserem heutigen Leben und unserer säkularen Gesellschaft absolut zuwiderläuft (und jetzt kommt mir bloß nicht mit Nächstenliebe usw., denn die ist beileibe keine Erfiindung von Christen), darf die katholische Kirche den Verkauf von Kondomen verhindern, werden Kirchengehälter von Steuergeldern bezahlt (nein, nicht Kirchensteuer!) und nehmen die Kirchen Einfluss auf die staatliche Gesetzgebung von Abtreibung bis Genforschung. Und das, obwohl die Mitgliederzahlen dieser Sekten seit Jahren rückläufig sind.

Wo seid Ihr denn da bitte mit Eurer Kritik? Wenn Ihr schon so scharf darauf seid, fundamentalistische Sekten in Deutschland zu verhindern, dann lasst das für alle gelten, anstatt das Geseiere von der deutschen Leitkultur der Parteien, die den religiösen Fundamentalismus schon im Namen tragen, unreflektiert nachzuplappern!

Und jetzt auch noch Angela Merkel: Mit Ihrem christlichen Menschenbild können Sie mir den Buckel runterrutschen. Offensichtlich haben auch Sie sich bisher nicht die Mühe gemacht, das Machwerk, das als Grundlage für den christlichen Glauben dient, mal selbst zu lesen. Verschonen Sie uns also doch einfach mit solchen Plattitüden, bis Sie das Versäumte nachgeholt haben. So lange sind Sie nämlich fehl am Platze. Danke.

nachgetragen

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8 Kommentare

  1. Martin

     /  18. Oktober 2010

    Was für ein dümmlicher Artikel! Der Autor hat weder von Islam noch vom Christentum ein Ahnung.

    Antwort
  2. Marti

     /  18. Oktober 2010

    Zum Diskutieren ist ein Mindestmaß an Sachkenntnis nötig, das ich bei dem Artikel oben nicht sehe.

    Religion funktioniert nicht so, dass man einfach mal in die heiligen Schriften guckt und dann weiß man wie es ist.

    Verschiedene Religionen gehen sehr unterschiedlich mit ihren Büchern um. Wie sie das tun, besser noch, wie die verschiedenen Strömungen und Gruppierungen das jeweils tun, sollte man schon wissen, bevor man zu derlei undifferenziert Rundumschläge ausholt wie im obigen Artikel.

    Der Gipfel der dümmlichen Arroganz besteht dann darin sich auch noch über diejenigen zu erheben, die undifferenziert sagen Islam sei „i-bäh, böse,..“.

    Antwort
    • „Religion funktioniert nicht so, dass man einfach mal in die heiligen Schriften guckt und dann weiß man wie es ist.“

      Genau das wird aber in der derzeitigen „Islamdebatte“ gemacht, wenn Koranverse zitiert werden und damit als Beleg für die Unvereinbarkeit mit unserer Gesellschaft dienen sollen.

      Textexegese gibt es nicht nur im Christentum, sondern auch im Islam. Wer sich auf „christliche Werte“ und „christliches Menschenbild“ beruft, diese in einen Gegensatz zum Islam stellt und dabei sämtliche Strömungen und Gruppierungen des Islam in einen Topf wirft, sollte nicht auf eine differenzierte Betrachtung des Christentums pochen.

      Mit Zitaten aus der Bibel kann man ebenso gut eine intolerante Religion konstruieren, wie das derzeit immer wieder gern mit dem Koran exerziert wird.

      Zu „christlichen Werten“ im Grundgesetz hier übrigens ein paar interessante Worte eines Theologen:
      http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/512648

      Antwort
      • Martin

         /  19. Oktober 2010

        Im orthodox sunnitischen Islam ist es so, dass der Wortlaut des Korans, wo immer möglich, wörtlich genommen werden muss. Dazu gibt es das Prinzip der Abrogation, das heißt, spätere Suren heben die Bestimmungen der früheren auf.

        Die Sure, die am stärksten Gewalt propagiert, Sure 9, gilt als eine der zuletzt geoffenbarten.

        Was letztendlich gilt, ist das, was in der klassischen Scharia der vier Rechtsschulen systematisiert ist, wobei die Unterschiede der Rechtsschulen lediglich marginale Details betreffen.

        Bestimmungen der klassischen Scharia sind etwa:

        Der Angriffskrieg zur Eroberung immer neuer Territorien für den Islam ist eine kollektive religiöse Pflicht (fard kiffaya) aller Muslime.

        Es darf keine Frieden zwischen dem Gebiet des Islams und den Gebiet der Nichtmuslime geben, maximal ein zehnjähriger Waffenstillstand bei Unterlegenheit der Muslime ist erlaubt.

        Die Zwangsehe ist ein fester Bestandteil der Scharia: der Vater und Großvater väterlicherseits dürfen die Braut auch gegen ihren ausgesprochen Willen in die erste Ehe mit einem beliebigen Moslem zwingen. Die Ehefrau darf ab ihrem neunten Lebensjahr zu vaginalem Sex gezwungen werden.

        Atheisten, Polytheisten und Dualisten und ähnliche haben kein Lebensrecht, sie können sünd- und straflos getötet werden.

        Völker die sich dem Islam nicht unterwerfen, dürfen genozidal durch Massenhinrichtungen ausgelöscht werden, Vorbild ist die Auslöschung des jüdischen Stammes der Banu Qurayza durch Mohammed.

        Die orthodoxen Bestimmungen sind bis heute eigentlich für sunnitischen Muslime bindend, sie können nicht widerrufen werden, da sie ewiges und unveränderliches göttliches Recht sind.

        Im Moment erlauben es lediglich die Umstände in vielen Ländern nicht diese Bestimmungen umzusetzen. Doch wo sich die Machtverhältnisse zugunsten der Orthodoxen verschieben, werden diese Bestimmungen wieder eingeführt, wie etwa in Afghanistan, Gaza, Somalia, in Nordnigeria, in Indonesien usw.

        Im orthodoxen Islam sind gut und Böse übrigens keine Kriterien von Belang. Es geht allein um blinden Gehorsam bei der Ausführung der Scharia-Bestimmungen, wobei auch Böses getan werden muss.

        Eine mittelalterliche Richtung im Islam, die Mu’tazila, die das anders sah, wurde von der Orthodoxie aktiv vernichtet.

        Der Artikel in der Süddeutschen ist übrigens über weite Teile Schrott, ihn hier zu widerlegen ist mir aber im Moment zu mühsam.

  3. Danke für die ausführliche Antwort!

    Das ist die Theorie. Und zwar ausschließlich die der orthodoxen sunnitschen Muslime, wenn ich das hier richtig deute, was wieder einmal sämtliche anderen Strömungen und vor allem Millionen friedliebender und -lebender Muslime nicht berücksichtigt.

    Zu jeder zitierten Bestimmung im Koran lässt sich ein Bibelzitat finden, das Gleiches oder Ähnliches aussagt. Genauso wie die große Mehrheit der Christen nicht herumläuft und Bekehrungsunwillige erwürgt (Lk 19, 27) oder sich weigert, Andersgläubige auch nur zu grüßen (2. Jh, 10), laufen auch Muslime in der großen Mehrzahl nicht herum, um Andersgläube zu töten.

    Dass auch die katholische Kirche in der Vergangenheit mit Splittergruppen keinen toleranten Umgang pflegte, dürfte bekannt sein (z. B. Stichwort Katharer). Dass der Protestantismus überlebt hat, hat allein politische Gründe und ist ebenfalls nicht der Toleranz der katholischen Kirche geschuldet.

    Ich bleibe dabei: Wer behauptet, der Islam sei kriegerisch und gewalttätig, muss das Gleiche vom Christentum sagen. Beide berufen sich jeweils auf eine Schrift, die ohne Exegese für den normalgebildeten Gläubigen nicht zu verstehen ist und deshalb immer ihre Auslegung durch ihre Gelehrten erfahren hat.

    Im Übrigen nimmt die Zahl derjenigen, die meinen, den christlichen Glauben nur leben zu können, wenn man die Bibel wörtlich nimmt, zu.

    Ich möchte weder in einem islamischen noch in einem christlichen Gottesstaat leben. Aber ich wehre mich gegen die pauschale Verteufelung des Islam bei gleichzeitiger freiwilliger Blindheit gegenüber dem Christentum.

    Antwort
  4. Martin

     /  20. Oktober 2010

    Erstens ist die sunnitische Orthodoxie in allen islamischen Ländern außer dem Iran, dem Irak, Aserbeidschan und dem Libanon, die absolut dominante Islamform (in den oben genannten Länder herrscht ein Schiismus, der sich oft nur wenig von der sunnitischen Orthodoxie unterscheidet), zweitens sind „sämtliche anderen Strömungen und vor allem Millionen friedliebender und -lebender Muslime“ überall marginal und verfügen nur über wenige Anhänger.

    Diese „friedliebenden Muslime“ sind meistens indifferente Muslime, die der Orthodoxie nichts entgegensetzen, sondern sich einfach um anderes kümmern. Das gibt aber den Orthodoxen die Deutungsmacht über den Islam.

    Dieser ganze friedliebende Islam ist übrigens über weite Strecken ein Konstrukt islamophiler und gutmenschiger Kreise.

    Christentum funktioniert was Verhaltensnormen angeht, völlig anders als der Islam. Eines der wichtigsten Element Christlicher Botschaft ist eine Kritik an den starren Regeln des Alten Testaments. So und so „steht es geschrieben, ich aber sage euch“ ist eine immer wiederkehrende Wendung in den Evangelien.

    Gleichnisse laden dazu ein selbst zu Denken, entsprechendes gibt es im Islam nicht.

    Dazu kommt dass ein Christ Gutes tun soll. Was gut ist, kann ein Christ (und Jude) selbst erkennen, denn da Adam und Eva von Baum der Erkenntnis gegessen haben, hat der Mensch im biblischen Menschenbild eine eigene Erkenntnisfähigkeit und ist damit geworden wie Gott (Genesis 3:22).

    Der Koran spricht dem Menschen jede Erkenntnisfähigkeit in das, was er tun und lassen soll, ab.

    Der Mensch kann laut Koran nur den Setzungen Allahs folgen. Er sie noch nicht einmal an einem rationalen Maßstab wie „gut und böse“ messen, weil er ja keine Erkenntnisfähigkeit hat.

    Zu meinen, dass Christen einfach dumpf den Wortlaut der Bibel umsetzen, zeugt meiner Ansicht nach von einer völligen Unkenntnis des Christentums.

    Wo wäre jemals die im Alten Testament für Ehebruch geforderte Steinigung unter Christen umgesetzt worden?

    Nur weil man sowohl dem Christentum als auch dem Islam das Etikett „Religion“ aufklebt, sind beide keineswegs vergleichbare Gebilde.

    Wer so argumentiert wie oben, wird zum Opfer seiner unreflektierten Begriffe, was von einer sehr geringen Analysefähigkeit zeugt.

    Antwort
    • Wer „Im Übrigen nimmt die Zahl derjenigen, die meinen, den christlichen Glauben nur leben zu können, wenn man die Bibel wörtlich nimmt, zu“ in „Zu meinen, dass Christen einfach dumpf den Wortlaut der Bibel umsetzen“ verfälscht, sollte mit der Beurteilung der Analysefähigkeit anderer vorsichtig sein.

      Nein, die meisten Christen sind indifferent, weil zwangsgetauft. Aber darum ging es hier gar nicht.

      Für Argumente à la „Nur weil man sowohl dem Christentum als auch dem Islam das Etikett „Religion“ aufklebt, sind beide keineswegs vergleichbare Gebilde“ ist wohl hier http: //www. kreuz. net/ der bessere Ort.

      Antwort

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