Amazon: Einfach und bequem – außer, man will sein Kundenkonto kündigen

Amazon ist ja so bequem. Man erstellt ein Konto, man klickt und kauft. Alles online und ohne großen Aufwand. Will man dann sein Konto kündigen, beispielsweise weil einem bestimmte Geschäftspraktiken von Amazon nicht gefallen*, braucht Amazon plötzlich eine Unterschrift.

„Bevor wir Ihre Daten löschen können, benötigen wir von Ihnen einen schriftlichen und von Ihnen unterschriebenen Auftrag, z. B. per Brief oder Fax.“

Seltsam – um Geschäfte in unbegrenzter Höhe zu tätigen, war nicht mehr nötig, als ein paar Daten einzutippen. Will ich aber über meine eigenen Daten verfügen, indem ich sie löschen lasse, braucht’s eine Unterschrift. Man könnte FAST auf die Idee kommen, dass das Abmelden erschwert werden soll, um dann vielleicht unter den Tisch zu fallen, weil jemand sich nicht die Mühe eines Faxes oder Postbriefes machen möchte. Aber derartiges würde ein so ehrenwerter Laden wie Amazon niemals nicht tun.

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* Schon erstaunlich: Erst verbietet Amazon Wikileaks die Nutzung seiner Server (natürlich rein zufällig zum gleichen Zeitpunkt, als die US-Depeschen auftauchen, hat aber gaaaar nix damit zu tun) und ist dann aber dreist genug, mit genau diesen Depeschen Geld machen zu wollen. Der nachträglich eingefügte Hinweis „does not contain text of cables“ (hier ein Vergleich mit einem Screenshot vom 9.12.2010) macht die Sache auch nicht besser.

nachgetragen

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2 Kommentare

  1. Rasenmäher

     /  11. Dezember 2010

    Ist bei eBay genau das gleiche.
    So wie bei den meisten Social Networks.
    Oder 1&1. Oder der Deutschen Bahn. Oder, oder…

    Leider ist das tatsächlich eine gängige Praxis. Was die Sache auch nicht gerade besser macht – aber man ist das tatsächlich schon so gewohnt.
    Um so mehr ein Grund die Leute immer wieder für dieses Thema zu sensibilisieren. Vielleicht bekommt der ein oder andere dann doch noch mit, was wir hier Schritt für Schritt untergeschoben bekommen (insbesondere passt dieser Satz als Wortspiel sogar noch viel besser zu dem vorhergehenden Post dieses Blogs betreffs des Gangart-Scanners). Wir haben die Freiheit alles zu tun und vor allem alles zu kaufen. Bin gespannt wer in 20 Jahren noch dazu in der Lage ist selber zu entscheiden und sich nicht die Entscheidungen von den Datensammlern, Marktoptimierern und vor allem Angstschürern, Terrorgefahrschreiern und Sicherheitsfanatikern unbemerkt abnehmen lässt.

    Bitte weiterhin Augen und Ohren aufhalten und Hirn einschalten!

    Rasenmäher

    Antwort
  2. Entscheiden wir denn wirklich noch selbst, was wir kaufen (wollen)? Unser gesamtes Wirtschaftssystem beruht doch bereits jetzt darauf, Bedarf zu wecken für Dinge, die eigentlich niemand braucht. Etwas außerhalb dieses Feldes zu bekommen, ist schon jetzt schwierig. Aber vielleicht wird’s tatsächlich noch schlimmer.

    Antwort

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