Knut ist tot

Mit nur vier Jahren ist Knut, der von Hand aufgezogene Eisbär des Berliner Zoos, gestorben.

Nun gibt es Menschen, die meinen, wenn nicht mindestens 20.000 Eisbären von einem Tsunami überrollt werden, habe man das nicht zur Kenntnis zu nehmen. Wer es doch tut, zeichnet sich in den Augen dieser Menschen durch Kaltschnäuzigkeit/Verdorbenheit/Herzlosigkeit/Mangel an Empathie aus. Schließlich gilt es wieder mal Helden im Dienste ihrer Nation zu bewundern; dabei interessiert auch nicht weiter, ob die Todeskandidaten, die in Fukushima arbeiten, dies wirklich freiwillig tun. Die Mitleid-, Trauer- und Heldenanbetungsfraktion ist jedenfalls ganz sicher, wo solche Gefühle derzeit hingehören.

Dann gibt es noch die Menschen (bei denen es sich in der Regel um Bewohner Berlins handelt), die der Meinung sind, wer nicht, wie sie selbst, durch wiederholtes Begaffen eine innige Beziehung zu Knut aufgebaut hat, dürfe sich zu seinem Tod nicht äußern. So muss sich wohl ein Spanner fühlen, dessen Opfer die Frechheit besitzt, überraschend zu sterben.

Der Berliner Zoo hat seinen Star verloren. Aber Knut wird sich wohl auch im Tode noch vermarkten lassen (müssen).

nachgetragen

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