Mindestlohn für Anfänger

Liebe Frau Merkel,

Sie sind ja klug und so, deshalb sind Sie Bundeskanzlerin und nicht ich. Und darum möchte ich, dass Sie mir mal Folgendes erklären:

Inzwischen haben Sie ja eingesehen, dass die Unternehmer sich die Löhne für ihre Mitarbeiter lieber von uns, den Steuerzahlern und -zahlerinnen, finanzieren lassen, als ihren Leuten selbst so viel zu zahlen, dass sie davon leben können. Die wären ja auch schön blöd, wenn sie solche auf dem Silbertablett präsentierten Möglichkeiten wie „Aufstocken“ nicht nutzen würden.

Und ich glaube Ihnen auch ganz bestimmt, dass Ihnen die Erkenntnis, dass man das nur mit einem Mindestlohn ändern kann, jetzt, nach Jahren, ganz plötzlich von selbst gekommen ist und gar nichts mit Wahl- oder Parteitaktik zu tun hat, echt.

Was ich aber gar nicht verstehe, ist „branchenspezifisch“. Ist ja auch ein langes Wort, nicht wahr. Ein Mindestlohn ist doch das, was man mindestens bekommen muss, um davon leben zu können. Wieso braucht, sagen wir mal, eine Friseurin weniger zum Leben als, sagen wir mal, ein Fensterputzer? Ich bin da echt zu doof für zum Verstehen.

Aber so ein richtig schönes Verwaltungsmonster kann das werden, wenn jede Branche ihren eigenen Mindestlohn kriegt. Das ist ja auch viel schöner als dieser ewige Einheitsbrei; „einheitlich“ und „flächendeckend“ klingen auch lange nicht so gebildet wie „branchenspezifisch“.

Vielleicht ist das ja echt schlau, dass die Politik nicht die Mindestlöhne festlegt, sondern die Tarifpartner. Ich finde, das sollte man auch für Diäten einführen.

Na ja, ich warte jedenfalls gespannt auf Ihre Antwort. Vielen Dank schon mal im Voraus. Wäre schön, wenn Sie mir die als Kommentar hier reinschreiben, Ihren Videoblog gucke ich nämlich nicht. Also ich mein, auch nicht, als Sie ihn noch extra für uns gemacht haben, anstatt irgendwelche Filmchen über das, wo Sie sowieso gerade rumeden, reinzustellen.

nachgetragen

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Ein Kommentar

  1. Liebe Frau nachgetragen!,
    bitte vergessen Sie nicht, auch auf das Merkelsche Lienlingswort „alternativlos“ hinzuweisen. Denke, besonders im Zusammenhang mit inflationsausgleichenden Diätenerhöhungen.

    Antwort

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