„Fremd“ zu sein bedarf es wenig

Wie wenig es braucht, bis sich latente Fremdenfeindlichkeit als wütender Mob manifestiert, zeigen die Ereignisse in Turin. Dort hat eine „aufgebrachte Menschenmenge (…) ein Zigeunerlager angegriffen und in Brand gesetzt. Rund hundert Leute waren beteiligt, nur zwei wurden festgenommen.“ (NZZ) Eine 16-Jährige hatte behauptet, von zwei Zigeunern vergewaltigt worden zu sein und musste später zugeben, gelogen zu haben.

Ganz abgesehen von der erschreckenden Tatsache, wie häufig fremdenfeindliche Gewalt in Europa (wieder) ist, ist dieser Satz im NZZ-Artikel besonders bemerkenswert:

Nach Bekanntwerden der Lüge beendete die Polizei die Gewalt gegen das Zigeunerlager (…).

„Nach Bekanntwerden der Lüge“? Das heißt doch wohl, solange die Vergewaltigung als wahr galt, hat die Polizei tatenlos zugesehen, wie für die angebliche Tat von zwei Menschen das ganze Lager quasi in Sippenhaft angegriffen wurde. Was wäre wohl passiert, wenn die Behauptung nicht als unwahr deklariert worden wäre?

Wer jetzt mit dem Finger zeigt und meint „Jaaaa, Italien …“, möge an Hoyerswerda und Rostock denken und beschämt schweigen.

nachgetragen

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