Amazon: Heuchelei de luxe

Und wie empört sie jetzt alle sind, und wie sie jetzt alle untersuchen, fordern, diskutieren und medienwirksam feststellen. Das wäre allerdings nur wirklich überzeugend, wenn dies nicht von denselben Leuten käme, die dafür verantwortlich sind, dass diese Zustände existieren (SPD, Grüne), und von denen, die dafür sorgen, dass sich daran nichts ändert (CDU/CSU, FDP).

Amazon und/oder seine Subunternehmer mögen sich in einigen Fällen außerhalb der Gesetze bewegt haben, aber dass Leiharbeit (die übrigens früher Zeitarbeit hieß und durch vernünftige Gesetze tatsächlich dafür sorgte, dass dadurch Menschen in feste Jobs kamen) ein reines Instrument zur legalen Ausbeutung ist, das haben die verbrochen, die jetzt im Bundestag so salbungsvolle Reden schwingen.

Und der Witz dabei, wenn es nicht so bitter wäre: 2012 waren beim Bund 2.092 Beschäftigte mit Leiharbeitsverhältnis tätig – davon wurden ganze 23 (in Worten: dreiundzwanzig) in ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis (wobei man „befristet“ gar nicht mitzählen sollte) übernommen. So viel zu dem viel gerühmten Instrument, das den Wiedereinstieg ins Berufsleben ermöglicht.

Politikverdrossenheit? Ach, wieso denn!


Nachtrag: So was kann man sich gar nicht selbst ausdenken:

Ein umstrittener Dienstleister des Online-Händlers Amazon ist vor zwei Jahren von der Bundesregierung für seine guten Arbeitsbedingungen ausgezeichnet worden. Das Zeitarbeitsunternehmen Trenkwalder habe damals einen Preis im Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ gewonnen.
Quelle: Tagesschau.de

Derselbe, der jetzt quasi als der Sklaventreiber schlechthin gilt.


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