Neulich im Mittelalter

Ein berühmter Text aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (…) bringt deutlich die Wurzeln dieser städtischen Ungleichheit (…) zum Ausdruck: „Viele Beschwerden über die taille [Anm. v. mir: eine städtische Steuer] werden in den städtischen Kommunen laut, weil es oft vorkommt, dass die reichen Leute, die die Geschäfte der Stadt führen, weniger deklarieren, als sie selbst und ihre Familie müssten, und die den anderen reichen Leuten die gleichen Vorteile verschaffen, so daß die ganze Last auf die Masse der armen Leute fällt.“ Der Steuerbetrug nahm solche Ausmaße an, dass es manchmal Skandale gab, wie etwa in Arras, wo ein Mitglied der berühmten Bankiersfamilie Crespin „vergaß“, 20.000 Pfund Gewinn zu deklarieren.

Aus: Jacques LeGoff, Die Geburt Europas im Mittelalter, München 2004

 

Jaha, das war das finstere Mittelalter, wir sind da heute schon ein gutes Stück weiter. Näch?

 

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