Neulich auf Duden.de …

… echt jetzt, liebe Dudenseitenmacher?

Duden_Versandkosten

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O Captain! My Captain!

Danke, Robin.

 

 

Danke, Eurovision Song Contest!

SO wünsche ich mir Europa.

Danke, Conchita Wurst, für den Mut.

Danke an alle, die abgestimmt haben.

Danke für die Hoffnung, dass ein Ende von Hass möglich sein könnte.

 

 

Neulich im Mittelalter

Ein berühmter Text aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (…) bringt deutlich die Wurzeln dieser städtischen Ungleichheit (…) zum Ausdruck: „Viele Beschwerden über die taille [Anm. v. mir: eine städtische Steuer] werden in den städtischen Kommunen laut, weil es oft vorkommt, dass die reichen Leute, die die Geschäfte der Stadt führen, weniger deklarieren, als sie selbst und ihre Familie müssten, und die den anderen reichen Leuten die gleichen Vorteile verschaffen, so daß die ganze Last auf die Masse der armen Leute fällt.“ Der Steuerbetrug nahm solche Ausmaße an, dass es manchmal Skandale gab, wie etwa in Arras, wo ein Mitglied der berühmten Bankiersfamilie Crespin „vergaß“, 20.000 Pfund Gewinn zu deklarieren.

Aus: Jacques LeGoff, Die Geburt Europas im Mittelalter, München 2004

 

Jaha, das war das finstere Mittelalter, wir sind da heute schon ein gutes Stück weiter. Näch?

 

Danke, EU!

Eigentlich sollte genau heute hier ein Beitrag erscheinen, warum auf diesem Blog in der letzten Zeit so wenig los ist. Angesichts der Enthüllungen über die NSA und andere Geheimdienste war ich es einfach leid. Es geht nur noch darum, für das eine Prozent Kontrollstrukturen zu schaffen, um den Machterhalt zu sichern, und die Marionetten spielen brav mit. Nichts, was noch kam, konnte mich noch überraschen oder aufregen, zu müde bin ich des Ganzen. Bis gerade eben.

Da las ich auf tagesschau.de, dass es wohl in unserer GroKo (mit etwas anderem als dieser infantil anmutenden Abkürzung vermag ich dieses Konstrukt nicht mehr zu bezeichnen) beschlossene Sache ist, dass Deutschland (…) sich (nächste Woche) bei der Abstimmung über eine Zulassung der gentechnisch veränderten Maissorte 1507 in der EU enthalten wird. Und was bedeutet das? Liest man weiter: Die EU-Kommission hatte demnach mitgeteilt, sie werde den Anbau der Maissorte 1507 von DuPont und Dow Chemical zulassen, da es unter den EU-Mitgliedstaaten keine qualifizierte Mehrheit gegen die Zulassung gebe.
(Quelle der Zitate: tagesschau.de)

Mit anderen Worten: Das Ergebnis der Abstimmung steht bereits fest. Und was macht nun die Maissorte 1507 so besonders? Sie ist resistent gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat.

Zu Glufosinat kann man allerlei nachlesen, zum Beispiel, dass es vermutete(…) Risiken für Säugetiere und Nichtzielarthropoden gibt, um mal die neutralste Formulierung zu verwenden (andere sprechen von fortpflanzungsschädigend, Verminderung der Gehirnentwicklung und Verhaltensstörungen). Und was man (außer der Tatsache, dass das – im Gegensatz zur EU-Kommission gewählte – EU-Parlament sich gegen die Zulassung von Genmais 1507 ausspricht) vor allem auch nachlesen kann, ist die Tatsache, dass die Zulassung für Glufosinat als Pflanzenschutzmittel in der EU 2017 ausläuft.

Im November war noch zu lesen (natürlich nicht in den Mainstreammedien), dass die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA weitere Studien empfiehlt, um die Aussage, Schmetterlinge und Bienen würden durch den Mais nicht geschädigt, zu überprüfen. Jawohl, das war im November 2013. Wir haben jetzt Februar 2014. Das müssen Turbo-Studien gewesen sein … denn ganz sicher würde doch niemand niemals nicht etwas tun, das Umwelt und Gesundheit der Menschen gefährden könnte, nur um Geld zu verdienen, nicht wahr? NICHT WAHR?

Noch mal zusammengefasst: Nächste Woche wird in einer Abstimmung der EU-Kommission, deren Ergebnis bereits jetzt feststeht, gegen die Empfehlung des EU-Parlaments in der EU eine gentechnisch veränderte Maissorte zugelassen, die gegen ein Herbizid resistent ist, dessen EU-Zulassung 2017 ausläuft.

Keine weiteren Fragen, Euer Ehren. Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe, jeder nur eine Brechtüte.

Ihr seid doch alle krank!

Ihr wisst es nur noch nicht.

Inzwischen leidet, wer verträumt ist, an Cognitive Tempo Disorder (CTD). Und starke Gefühlsäußerungen gelten amerikanischen Psychologen als Disruption Mood Dysregulation Disorder (DMDD), wie Dr. Bernd Hontschik in der Frankfurter Rundschau vom 17. Mai 2013 zu berichten weiß. Die Trauer über den Tod eines nahen Menschen gilt im neuen Handbuch „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ schon als Krankheit, wenn sie länger als 14 Tage währt.

Quelle und weiterlesen: Nachdenkseiten

Sucht Euch was aus, irgendwas wird sich schon finden. Soll hinterher niemand sagen können, wir hätten uns in unserer marktkonformen Demokratie nicht auch um marktkonformes Humankapital bemüht.

Post von den Taliban

Dass die Taliban in Pakistan mehrere Mädchen im Teenageralter niedergeschossen haben, hat wohl niemand vergessen, zumal Malala Yousafzai vor einigen Tagen eine Rede vor den UN gehalten hat und sich weiter unerschrocken für Bildung für Mädchen einsetzt.

Adnan Rasheed, ein Führungsmitglied der Taliban, hat ihr jetzt einen Brief geschrieben. Der Guardian zitiert daraus leider nur Bruchstücke, zumindest scheint der Brief eine Begründung für das Attentat zu enthalten. Aber das ist gar nicht der interessante Teil. Der ist das hier:

„If you were shot [by] Americans in a drone attack, would [the] world have ever heard updates on your medical status? … Would you were called to UN? Would a Malala day be announced?“

(„Wärest Du von Amerikanern bei einem Drohnenangriff beschossen worden, hätte die Welt Infos zu Deinem Gesundheitszustand erhalten? … Wärest Du von den UN berufen worden? Würde es einen Malala-Tag geben?“ – Übers. von mir)

Quelle: Guardian

Es ist beschämend, dass er völlig recht hat.

Hallo? Jemand zu Hause?

Wie ich hier so sitze und rumdenke und mich freue, dass mir der Friedrich das mit dem Supergrundrecht erklärt hat, fällt mir ein: Wo ist eigentlich unser Master of Freiheit? Nein, nicht David Hasselhoff, auch wenn die Assoziation naheliegt.

Ich meine natürlich unseren eifrigen Freiheitsprediger und nebenberuflichen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Müsste der nicht jetzt mal sein Freiheitsfähnchen schwenken? Quasi dem Friedrich um die Ohren hauen? Oder güldet das nich, wenn da keine bösen Kommunisten mitspielen?

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(Verdammt, jetzt hab ich einen Ohrwurm :-/)

Total (netz-)neutral

Netzneutralität ist ein schönes Wort. Nur leider hat es EU-Kommissarin Neelie Kroes nicht verstanden. Wer ein bisschen mehr zahlt, soll ein bisschen neutraler durchs Netz surfen können. Zwei-Klassen-Dingsda scheint das große Ding der Zukunft zu sein (also noch mehr als eh schon).

Ich hätte da noch den einen oder anderen Vorschlag.

Wäre es nicht schön, wenn es im Supermarkt eine Extrakasse gäbe? Wer sich dort anstellt, zahlt 15 Prozent mehr und muss sich dafür nicht mehr mit dem gewöhnlichen Plebs in die Schlange stellen. Alles total neutral, natürlich.

Auch Peter Ramsauer sollte hellhörig werden. Wer ein bissel mehr Kfz-Steuer zahlt, darf zukünftig auf jedes Geschwindigkeitsbegrenzungsschild 20 km/h aufschlagen. Damit die Polizei es beim Blitzen leichter hat und die geizigen Langsamfahrer auch ihren Beitrag leisten, dürfen sie eine preisgünstige Plakette erwerben, anhand derer sie sofort als die weniger Gleichen zu erkennen sind. Wenn das nicht neutral ist, weiß ich auch nicht.

Und erst die Krankenversicherung! Wer mehr Kohle bezahlt, bekommt schnellere und bessere Behandlung. Wäre das nicht eine gute Idee? Ups, sorry, gibt es ja schon.

Ach, die Welt ließe sich noch so viel neutraler und gleicher gestalten, wenn man sich nur ein bisschen Mühe gibt. Danke, Neelie Kroes und Ihr anderen VolksverarschertreterInnen.

Neulich in Fukushima …

… gab es interessante Dinge zu sehen. (via)

Ich glaube, ich weiß jetzt, wie der Mensch entstanden ist.