Atomkraft ist sicher (Teil 4) …

… ach nee, doch nicht. Sagt die EU-Kommission laut Welt.de.

Aber das konnte ja auch niemand ahnen, dass die Atomkraftwerke alle von jetzt auf gleich kaputtgehen. Vor dem Stresstest waren sie alle noch heile, ich schwör!

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Atomkraft ist sicher, Teil 3

Na so was … kaum ist ein Jahr vergangen, fällt jemandem auf, dass da immer noch ungesicherte Abklingbecken herumstehen. Zur Beruhigung: Die sind weit weg, in Japan. Bei uns ist natürlich alles ganz sicher. Erdbeben? Hier doch nicht. Und so ein paar Rauchbomben machen ja auch nix kaputt. Und überhaupt ist ja Frankreich auch ganz weit weg.

Schöne Liste übrigens, Herr Becker vom Spiegel, und wie schön, dass Tepco sie zur Verfügung gestellt hat. Wäre nett, eine solche Liste mal für Deutschland zu lesen.

 

PS: Jetzt mit dem richtigen Link zum Artikel über die Abklingbecken in Fukushima.

 

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Atomkraft ist sicher, Teil 2

Wie BESCHEUERT ist das denn? Die Reaktoren werden mehr oder effektiv durch Schutzmäntel geschützt, die Belastungen wie Erdbeben oder Flugzeugabstürzen standhalten sollen.

Wie jetzt in Fukushima bei den Bemühungen um die verbrauchten, aber immer noch strahlenden und genügend Hitze für die Gefahr einer Kernschmelze  produzierenden Brennstäbe in Reaktorblock 4 deutlich wird, gilt das nicht für die Abklingbecken, in denen diese Brennstäbe gelagert und gekühlt werden. Die sind zwar (hoffentlich) auch gegen die Strahlung geschirmt, aber haben null Absicherung gegen äußere Einflüsse – die gilt NUR für die Reaktoren.

Besonderes Augenmerk gilt weiter dem Reaktorblock 4. Es ist ein Ziel der Einsatzkräfte, die Abklingbecken dort mit Wasser aufzufüllen. Denn diese Behälter sind nicht durch einen speziellen Schutzmantel geschützt wie die aktiven Brennelemente im Inneren der Reaktoren.

http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima220.html

Das bedeutet im Klartext: Jedes Atomkraftwerk, auch in Deutschland, das nach irgendwelchen Sicherheitsstandards gegen Flugzeugabstürze gesichert ist, hat diese völlig ungesicherten Abklingbecken, von denen ebenfalls akute Gefahr der Verstrahlung ausgeht! Ganz zu schweigen vom Ausfall der Kühlung, die vermutlich dazu führt, dass diese Dinger in einem solchen Fall einfach durch den Boden ins Grundwasser „schmelzen“.

Es ist nicht zu fassen, dass nach dermaßen dreisten Lügen (alles ganz sicher in Deutschland) IMMER NOCH Menschen, die nicht als Betreiber von Atomkraftwerken am großen Reibach teilhaben, meinen, dass Atomkraft beherrschbar und unverzichtbar ist.  Und was den Zynismus und die Skrupellosigkeit der Betreiber solcher Anlagen selbst angeht, mit dem sie um des Profits willen Risiken in Kauf nehmen (natürlich vorwiegend nicht für sich selbst), die niemand abschätzen kann, bin ich der Meinung: ████████████████

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Atomkraft ist sicher.

Und bei uns kann so was ja niemals nicht passieren.

Wie lange wollt Ihr uns noch verarschen?

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Nachtrag: Glanzleistung bei WDR2 in einer Sondersendung zu den Ereignissen in Japan. Moderator Michael Brocker sagt (sinngemäß aus dem Gedächtnis zitiert): „Jetzt wechseln wir das Thema, denn es sind ja schließlich noch andere Dinge passiert“, und damit leitet er über zu … Fußball. Glückwunsch, WDR.

 

Nachtrag 2: Oh, und Mutti will jetzt die Sicherheitsstandards in deutschen Kernkraftwerken überprüfen lassen. Na, da sind wir aber alle richtig beruhigt, dann kann ja nichts mehr passieren.
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Asse: Müllproblem? Wo?

Fassen wir einmal zusammen: Der ehemalige, heute als Versuchsendlager missbrauchte Salzstollen Asse ist einsturzgefährdet. Kann passieren. Problem ist in disem Fall nur, dass dort radioaktiver Müll lagert – vor sich hin gammelt, ist wohl das bessere Wort. Die Menge ist zehnmal größer als bisher angenommen. Seit 1970 wird dort entsorgt versuchsweise endgelagert, inzwischen rund 126.000 Fässer (falls nicht in einer dunklen Ecke noch mehr gefunden werden). Der auf Hunderttausende von Jahren strahlende Müll liegt dort völlig ungeordnet und uninventarisiert herum. Ach ja, Arsen, Quecksilber und Blei hat man auch dort hineingeworfen, aber das sind im Vergleich zu den strahlenden Hinterlassenschaften der Atomwirtschaft Lappalien, die gern mal vergessen werden.

Und jetzt stellt sich heraus, dass in Wirklichkeit alles noch viel schlimmer ist, als bisher angenommen.

„In dem früheren Salzbergwerk fließt wesentlich mehr radioaktive Lösung als bisher. AKW-Gegner fürchten jetzt, dass sich die eingelagerten Fässer auflösen.“

www.tagesspiegel.de

Alles nur statistischer Zufall.

nachgetragen

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Atommüll Asse: Weil nicht sein kann …

Frage: Welche Qualifikation benötigt man für eine Tätigkeit im Bundesumweltministerium?

Die Tatsache, dass es in der Umgebung des Atommülllagers Asse – in das ganz aus Versehen zehnmal mehr radioaktiver Abfall als vorher bekannt reingeworfen eingelagert wurde – erhöhte Krebsraten gibt, lässt sich inzwischen nicht einmal mehr mit statistischen Tricks wegdistkutieren, obwohl damit seit Jahren viel Übung und Erfahrung vorhanden ist.

Also wird der statistische Zufall als Erklärung herangezogen. Die wissenschaftliche Begründung dafür, dass die erhöhten Krebsraten nicht auf den Atommüll zurückzuführen sind, lautet: „Kann gar nicht sein.“

Antwort: Man muss seinen Morgenstern gelesen haben.

„Weil, so schließt er messerscharf,
nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Christian Morgenstern, Die unmögliche Tatsache

nachgetragen

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