Atomkraft ist sicher, Teil 3

Na so was … kaum ist ein Jahr vergangen, fällt jemandem auf, dass da immer noch ungesicherte Abklingbecken herumstehen. Zur Beruhigung: Die sind weit weg, in Japan. Bei uns ist natürlich alles ganz sicher. Erdbeben? Hier doch nicht. Und so ein paar Rauchbomben machen ja auch nix kaputt. Und überhaupt ist ja Frankreich auch ganz weit weg.

Schöne Liste übrigens, Herr Becker vom Spiegel, und wie schön, dass Tepco sie zur Verfügung gestellt hat. Wäre nett, eine solche Liste mal für Deutschland zu lesen.

 

PS: Jetzt mit dem richtigen Link zum Artikel über die Abklingbecken in Fukushima.

 

#

Advertisements

Asse: Müllproblem? Wo?

Fassen wir einmal zusammen: Der ehemalige, heute als Versuchsendlager missbrauchte Salzstollen Asse ist einsturzgefährdet. Kann passieren. Problem ist in disem Fall nur, dass dort radioaktiver Müll lagert – vor sich hin gammelt, ist wohl das bessere Wort. Die Menge ist zehnmal größer als bisher angenommen. Seit 1970 wird dort entsorgt versuchsweise endgelagert, inzwischen rund 126.000 Fässer (falls nicht in einer dunklen Ecke noch mehr gefunden werden). Der auf Hunderttausende von Jahren strahlende Müll liegt dort völlig ungeordnet und uninventarisiert herum. Ach ja, Arsen, Quecksilber und Blei hat man auch dort hineingeworfen, aber das sind im Vergleich zu den strahlenden Hinterlassenschaften der Atomwirtschaft Lappalien, die gern mal vergessen werden.

Und jetzt stellt sich heraus, dass in Wirklichkeit alles noch viel schlimmer ist, als bisher angenommen.

„In dem früheren Salzbergwerk fließt wesentlich mehr radioaktive Lösung als bisher. AKW-Gegner fürchten jetzt, dass sich die eingelagerten Fässer auflösen.“

www.tagesspiegel.de

Alles nur statistischer Zufall.

nachgetragen

#

Atommüll Asse: Weil nicht sein kann …

Frage: Welche Qualifikation benötigt man für eine Tätigkeit im Bundesumweltministerium?

Die Tatsache, dass es in der Umgebung des Atommülllagers Asse – in das ganz aus Versehen zehnmal mehr radioaktiver Abfall als vorher bekannt reingeworfen eingelagert wurde – erhöhte Krebsraten gibt, lässt sich inzwischen nicht einmal mehr mit statistischen Tricks wegdistkutieren, obwohl damit seit Jahren viel Übung und Erfahrung vorhanden ist.

Also wird der statistische Zufall als Erklärung herangezogen. Die wissenschaftliche Begründung dafür, dass die erhöhten Krebsraten nicht auf den Atommüll zurückzuführen sind, lautet: „Kann gar nicht sein.“

Antwort: Man muss seinen Morgenstern gelesen haben.

„Weil, so schließt er messerscharf,
nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Christian Morgenstern, Die unmögliche Tatsache

nachgetragen

#

Gorleben: History repeating

Die CDU mit Maggie Merkel an der Spitze ist fest entschlossen, den Salzstock in Gorleben als atomares Endlager zu nutzen auf seine Eignung als atomares Endlager untersuchen zu lassen.

Hatten wir alles schon („Kohls Minister schönten Gutachten“). Glauben wir nicht mehr („CDU gibt Einfluss auf Gorlebengutachten zu“, „Kanzleramt des Helmut Kohl half Atom-Freunden“).

Die Methoden bleiben immer die gleichen („Geheimsache Gorleben“), die Dreistigkeit, mit der gelogen und getrickst wird, nimmt allerdings immer noch zu („Tiggemann-Gutachten zu Gorleben: beschönigend und manipulativ“). Die Regierung hofft wohl auf den Effekt, von dem auch BP profitiert: Was unter die Oberfläche sinkt, verschwindet aus den Medien und damit aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit. Denkste. Verdummung und Verlogenheit allerorten. Es reicht!

Wieso wird eigentlich am Atomausstieg nicht festgehalten? Der war immerhin genauso demokratisch beschlossen wie der Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs, dessen einzige Legitimation genau dieses Argument ist. Die Heuchelei, mit der Wirtschaftsinteressen zum Nutzen einiger weniger  gegen das Wohl des Volkes durchgesetzt werden, stinkt langsam zum Himmel.

nachgetragen

#