Nachgetragen: Friedensnobelpreis

So stellt man sich einen Friedensnobelpreisträger vor: Ein Mann, der an der Spitze eines Machtapparates steht, der Menschen wie Edward Snowden um den Globus hetzt (interessante Variante übrigens: Was wäre wohl, wenn Snowden Chinese wäre?), der Bradley Manning mindestens mit lebenslanger Haft bedroht, der – ungeachtet eines Wahlversprechens – immer noch 166 Menschen ohne Anklage und Gerichtsverfahren einsperrt, der nach Belieben Drohnen einsetzt, sei es im In- oder im Ausland (selbstverständlich alles böse Aufständische), der die halbe (wahrscheinlich doch eher die ganze) Welt bespitzelt … die Liste ist noch längst nicht zu Ende.

Was machen eigentlich die Mitglieder des Nobel-Komitees gerade? Gehen die nur noch mit einer Tüte über dem Kopf vor die Tür, damit niemand diese peinlichen Gestalten* erkennt und unangenehme Fragen stellt?

* aus der Begründung des Nobel-Komitees:

Dialog und Verhandlungen sind die bevorzugten Mittel zur Lösung selbst der schwierigsten internationalen Konflikte. (Jo, und Bespitzelung.)

Seine Diplomatie beruht auf dem Konzept, dass diejenigen, die die Welt führen, dies auf der Grundlage von Werten und Haltungen tun müssen, die von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden. (Ich lach mich gleich tot. Ha. Ha.)

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Nachgetragen: Zum Friedensnobelpreisträger 2012

„Ich bin die neue Bürgermeisterin von Lampedusa. Ich wurde im Mai 2012 gewählt, und bis zum 3. November wurden mir bereits 21 Leichen von Menschen übergeben, die ertrunken sind, weil sie versuchten, Lampedusa zu erreichen.

Das ist für mich unerträglich und für unsere Insel ein großer Schmerz. Wir mussten andere Bürgermeister der Provinz um Hilfe bitten, um die letzten elf Leichen würdevoll zu bestatten. Wir hatten keine Gräber mehr zur Verfügung. Wir werden neue schaffen, aber jetzt frage ich: Wie groß muss der Friedhof auf meiner Insel noch werden? Ich bin über die Gleichgültigkeit entrüstet, die alle angesteckt zu haben scheint; mich regt das Schweigen von Europa auf, das gerade den Friedensnobelpreis erhalten hat, und nichts sagt, obwohl es hier ein Massaker gibt, bei dem Menschen sterben, als sei es ein Krieg.

Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass die europäische Einwanderungspolitik diese Menschenopfer in Kauf nimmt, um die Migrationsflüsse einzudämmen. Vielleicht betrachtet sie sie sogar als Abschreckung. Aber wenn für diese Menschen die Reise auf den Kähnen den letzten Funken Hoffnung bedeutet, dann meine ich, dass ihr Tod für Europa eine Schande ist.

Wenn Europa aber so tut, als seien dies nur unsere Toten, dann möchte ich für jeden Ertrunkenen, der mir übergeben wird, ein offizielles Beileidstelegramm erhalten. So als hätte er eine weiße Haut, als sei es unser Sohn, der in den Ferien ertrunken ist.

Gezeichnet: Giusi Nicolini.“

Gefunden auf und Übersetzung von: Pro Asyl

Ohne Worte. Oder doch noch fünf Worte: Fünf Menschen. Jeden. Einzelnen. Tag.

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Comedy aus Norwegen

Zuallererst dachte ich an Satire, als ich hörte, dass die EU den Friedensnobelpreis erhalten soll, und damit war ich wohl in guter Gesellschaft (und ein kleines bisschen hoffe ich immer noch, dass sich das Ganze als Riesenhoax entpuppt). Aber gut, nach „Friedensfürst“ Obama meinen die wohl auch das ernst.

Die EU, dieser Hort der Menschenrechte und des friedlichen Zusammenlebens, hat Frontex erfunden. Zum Beispiel. Aber was soll’s, friedlich im Mittelmeer ertrinken hat doch auch was. Ein bisschen Schwund ist halt immer. EU-Staaten führen Kriege, immerhin sind sie so rücksichtsvoll, dafür in Nicht-EU-Länder zu fahren. Deutschland als Gründungsmitglied behält sich ganz offiziell das Recht vor, Rohstoffe aus anderen Ländern mit Einsatz der Bundeswehr zu beschaffen. Die EU stärkt die Demokratie? Wo sie selbst in großen Teilen nicht demokratisch legitimiert ist?

Für die Geschichtsbücher: Im Jahr 2012 wurde der Friedensnobelpreis endgültig zur Lachnummer.

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Am Rande notiert

Diese Chinesen! Nicht nur, dass dort alle möglichen Leute unter allen möglichen Vorwänden in Gefängnissen festgehalten werden – jetzt haben sie auch noch den Friedensnobelpreis inhaftiert!

Nicht zu fassen - Friedensnobelpreis in Haft!

nachgetragen

 

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