Gedanken zum Karfreitag

Wieso darf eine religiöse Minderheit der Mehrheit ihr Verhalten vorschreiben?

Wieso haben die Kirchen trotz grundgesetzlich festgelegter Trennung von Kirche und Staat immer noch solchen Einfluss und werden sogar noch durch Steuern finanziert?

Wieso darf nicht einmal ein Theaterstück aufgeführt werden, von einer Tanzveranstaltung ganz zu schweigen, aber ein örtlicher Garten- und Landschafstbaubetrieb seinen Bagger anwerfen?

Wieso höre ich auch am Karfreitag jede Viertelstunde Kirchenglocken?

Wieso habe ich nicht nur an solchen Feiertagen beim Hören des öffentlich-rechtlichen Radioprogramms (gebühren- und nicht steuerfinanziert wegen Unabhängigkeit und so, die Älteren unter uns werden sich vielleicht erinnern) immer öfter den Eindruck, Radio Vatikan eingeschaltet zu haben?

Wieso sind in anderen europäischen Ländern, deren Feiertage beispielsweise „Bank Holiday“ heißen und staatlich statt kirchlich sind, die Sitten noch nicht verroht und die Moral noch nicht am Ende, so wie es die Kirchenvertreter für Deutschland im Falle der Abschaffung kirchlicher Feiertage ständig prophezeien?

Wieso ist Religion in diesem Lande immer noch nicht das, was sie ist, nämlich Privatsache?

nachgetragen

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Kirche: Die große Überraschung

Nein! Echt?

nachgetragen

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Islam, Koran, ich kann es nicht mehr hören!

Immer wieder wird in diesen unsäglichen Islam-Debatten von irgendwelchen Pseudo-Schriftkundigen auf Passagen im Koran verwiesen, die beweisen sollen, dass der Islam, dessen Grundlage der Koran bekanntlich ist, i-bäh, böse, unserer Kultur feindlich gesinnt und in keiner Form in unser tolles Deutschland integrierbar ist.

Lest doch bitte erst einmal die Bibel! Offensichtlich habt Ihr keine Ahnung, was dort alles an gewalttätigen Anweisungen, diskriminierenden Aussagen und mit unserer Kultur nicht einmal ansatzweise zu vereinbarendem Schwachsinn drinsteht. Und obwohl das Christentum unserem heutigen Leben und unserer säkularen Gesellschaft absolut zuwiderläuft (und jetzt kommt mir bloß nicht mit Nächstenliebe usw., denn die ist beileibe keine Erfiindung von Christen), darf die katholische Kirche den Verkauf von Kondomen verhindern, werden Kirchengehälter von Steuergeldern bezahlt (nein, nicht Kirchensteuer!) und nehmen die Kirchen Einfluss auf die staatliche Gesetzgebung von Abtreibung bis Genforschung. Und das, obwohl die Mitgliederzahlen dieser Sekten seit Jahren rückläufig sind.

Wo seid Ihr denn da bitte mit Eurer Kritik? Wenn Ihr schon so scharf darauf seid, fundamentalistische Sekten in Deutschland zu verhindern, dann lasst das für alle gelten, anstatt das Geseiere von der deutschen Leitkultur der Parteien, die den religiösen Fundamentalismus schon im Namen tragen, unreflektiert nachzuplappern!

Und jetzt auch noch Angela Merkel: Mit Ihrem christlichen Menschenbild können Sie mir den Buckel runterrutschen. Offensichtlich haben auch Sie sich bisher nicht die Mühe gemacht, das Machwerk, das als Grundlage für den christlichen Glauben dient, mal selbst zu lesen. Verschonen Sie uns also doch einfach mit solchen Plattitüden, bis Sie das Versäumte nachgeholt haben. So lange sind Sie nämlich fehl am Platze. Danke.

nachgetragen

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Misc.

+++ Die katholische Kirche hat offensichtlich Humor. Sie richtet eine Telefonhotline für Missbrauchsopfer ein. Richtig spannend wird es, wenn dann Opfer und Täter gemütlich miteinander telefonieren. Fehlt nur noch, dass die NPD eine Hotline für Opfer von Neonazi-Gewalt einrichtet. +++ Sechs Maultaschen für 42.500 Euro – die wegen sechs Maultaschen gekündigte Altenpflegerin erhält nach dem heute geschlossenen Vergleich 42.500 Euro Abfindung. So arbeitet man wohl in heutigen Zeiten wirtschaftlich. Die nächste Kündigung kann die Konstanzer Spitalstiftung ja dann „betriebsbedingt“ aussprechen – wenn man das Geld sinnlos raushaut, spart man ja überlicherweise anschließend am Personal. Oder man spart einfach am Essen der übrigen Heimbewohner. Dürfte bei der aktuellen Ernährungssituation auch nicht weiter auffallen. +++ Nun ist der „Preis der Leipziger Buchmesse“ im Verhältnis zum vorherigen Hype um die Nominierte/n recht still und leise verliehen worden. Anscheinend war die „extrem begabte“ intertextuelle „Autorin“ mit ihrem Remix der Jury dann doch ein paar Grade zu heiß. +++

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