Von der Realität überholt

Da hab ich doch vor einiger Zeit ganz naiv und ironisch (dachte ich) ein paar Vorschläge zur neutralen Behandlung von Menschen mit mehr und Menschen mit weniger Geld gemacht. Stellt sich heraus, die Realität ist schon längst viel weiter: In Wien kann man schon ganz neutral Zwei-Klassen-Schwimmen praktizieren.

Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe, jeder nur eine Brechtüte (herzlichen Glückwunsch zum 75. übrigens, John Cleese, alles Gute, Gesundheit und langes Leben!).

 

 

 

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Total (netz-)neutral

Netzneutralität ist ein schönes Wort. Nur leider hat es EU-Kommissarin Neelie Kroes nicht verstanden. Wer ein bisschen mehr zahlt, soll ein bisschen neutraler durchs Netz surfen können. Zwei-Klassen-Dingsda scheint das große Ding der Zukunft zu sein (also noch mehr als eh schon).

Ich hätte da noch den einen oder anderen Vorschlag.

Wäre es nicht schön, wenn es im Supermarkt eine Extrakasse gäbe? Wer sich dort anstellt, zahlt 15 Prozent mehr und muss sich dafür nicht mehr mit dem gewöhnlichen Plebs in die Schlange stellen. Alles total neutral, natürlich.

Auch Peter Ramsauer sollte hellhörig werden. Wer ein bissel mehr Kfz-Steuer zahlt, darf zukünftig auf jedes Geschwindigkeitsbegrenzungsschild 20 km/h aufschlagen. Damit die Polizei es beim Blitzen leichter hat und die geizigen Langsamfahrer auch ihren Beitrag leisten, dürfen sie eine preisgünstige Plakette erwerben, anhand derer sie sofort als die weniger Gleichen zu erkennen sind. Wenn das nicht neutral ist, weiß ich auch nicht.

Und erst die Krankenversicherung! Wer mehr Kohle bezahlt, bekommt schnellere und bessere Behandlung. Wäre das nicht eine gute Idee? Ups, sorry, gibt es ja schon.

Ach, die Welt ließe sich noch so viel neutraler und gleicher gestalten, wenn man sich nur ein bisschen Mühe gibt. Danke, Neelie Kroes und Ihr anderen VolksverarschertreterInnen.