Tiefer Winter in den Hirnen der tagesschau.de-Redaktion

Glückwunsch, tagesschau.de. Das ist ja mal eine journalistische Glanzleistung:

Russland_Sommerzeit1

 

 

 

Tja, der Russe mal wieder. Statt wie der Westen den ewigen Sommer zu genießen, schafft er einfach die Sommerzeit ab. Wo er doch erst 2011 die Winterzeit abgeschafft hat.

Oder anders ausgedrückt: Seit 2011 bleibt den Russen das dämliche zweimalige Uhrumstellen pro Jahr erspart. Zunächst sollte dort die Sommerzeit ganzjährig gelten. Nun wird stattdessen auf die Normalzeit gewechselt, wohl deshalb, weil es im Winter morgens sonst sehr lange dunkel ist.

Aber gut, man kann ja mal um des witzigen Wortspiels willen (ha, Alliteration, krieg ich jetzt den Pulitzer-Preis?) suggerieren, die dunkle Jahreszeit währte in Russland jetzt ewig.

Ein weiterer Kracher ist dieser Satz:

Medwedjew hatte damals die Ansicht vertreten, die Zeitumstellung wirke sich negativ auf den menschlichen Biorhythmus aus.

So, Medwedjew hatte also die Ansicht vertreten? So als Privatmeinung quasi, der das ganze Land dann zu folgen hatte? Und dass im goldenen Westen in der Presse in mehr oder weniger halbjährlichen Abständen von Experten, Studien und anderen Quellen zu lesen ist, dass die Zeitumstellung nichts als Probleme macht, dafür aber gar keine Energie einspart (das Hauptargument für die Einführung), hat man bei tagesschau.de gerade mal kurz … unterschlagenvergessen?

Irgendwo habe ich mal einen der vielen Experten sagen hören, der Grund dass wir uns wider besseres Wissen immer noch mit der Uhrumstellerei herumschlagen müssen, liege darin, dass es schwierig sei, alle EU-Länder unter einen Hut zu bringen und überhaupt dass das bürokratisch ja gar nicht so einfach zu machen sei mit der Abschaffung. DAS nenne ich doch mal einen wirklich guten Grund für die zweimalige Quälerei pro Jahr! Nicht so wie die armen Russen, denen es einfach zu blöd wurde, und die jetzt ganzjährig, nein, ewig im fiesen Winter leben müssen.