Hurra, wir privatisieren nicht!

… behauptet jedenfalls die Frankfurter Rundschau.

Kommissar Barnier habe seine Vorschläge entscheidend abgeschwächt, ist dort zu lesen. Auf der Seite right2water liest sich das allerdings weniger euphorisch.

Das muss ich mir mal in Ruhe ansehen, um festzustellen, welche Sicht treffender ist. Ich fürchte, dass der Trend zur zwangsweisen Privatisierung von Infrastruktur damit tatsächlich noch lange nicht aus der Welt ist. Von daher: weiter unterschreiben! Je mehr Leute zeigen, dass sie dagegen sind, desto größer ist die Chance, das noch zu verhindern. Das Ziel sind 2 Millionen Unterschriften bis September!




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Echt jetzt, an ein britisches Unternehmen?!

Hat sich vermutlich in Deutschland noch nicht so richtig rumgesprochen: Demnächst werden die Bahnstrecken Rheine-Münster-Köln-Krefeld und Bonn-Köln-Wuppertal von einem britischen Unternehmen bedient.

Nach allem, was man hier so über den Personennah- und -fernverkehr in Großbritannien weiß, kann einem das nur Angst machen, und auch der Guardian ermuntert seine LeserInnen, ihre Erfahrungen – und Warnungen – für die deutschen Bahnbenutzer aufzuschreiben.

Dabei erfährt man allerdings, dass auch die deutschen Unternehmen, die dank Privatisierung in Großbritanniens ÖPNV aktiv sind, sich dort nicht unbedingt mit Ruhm bekleckern und von deutschen Standards weit entfernt arbeiten. Weil sie es dürfen und weil sie, wie die britischen Unternehmen auch, nach der Vorgabe arbeiten: so wenig wie möglich reinstecken, so viel wie möglich rausholen.

In Deutschland gibt es zum Glück Regelungen (ich frage mich nur, wann die EU die abschafft), die das Recht der Passagiere, für ihr Geld pünktlich und einigermaßen sicher befördert zu werden, sicherstellen sollen. An die müssen sich natürlich auch ausländische Betreiberfirmen halten. Sollten sie es wirklich nicht schaffen, wären sie vermutlich recht schnell wieder weg vom Fenster.

Was mich zu der Vermutung bringt: Die britischen Unternehmen könnten auch in Großbritannein – wenn sie wollten. Beziehungsweise müssten. Sonst hätten sie sich wohl um den Auftrag nicht beworben und den Zuschlag nicht so freudestrahlend gefeiert. Was die Missstände im britischen ÖPNV umso ärgerlicher machen dürfte.

Ich bin gespannt.

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Hurra, wir privatisieren!

Jetzt soll also die Wasserversorgung privat werden, wenn es nach der Europäischen Kommission geht. Wo das doch schon in anderen Bereichen so prima geklappt hat, wie man zum Beispiel in Großbritannien schön sehen kann.

Hier ein Bericht des WDR aus Dezember 2012: Monitor

Auch die Nachdenkseiten haben das Thema behandelt: Wasserprivatisierung durch die Hintertür

Und hier geht’s zur Unterschrift: Wasser ist ein Menschenrecht

Unterschreibt! In allen Ländern! Es darf nicht sein, dass gegen den Willen und zum Nachteil der Bevölkerung und zum Nutzen von Konzernen von einer demokratisch – sagen wir mal, um freundlich zu bleiben – nur bedingt legitimierten Institution so tief in Grundrechte wie das auf Wasser eingegriffen wird!

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Update 28.1.2013: Die Nachdenkseiten haben das Thema heute noch mal sehr ausführlich aufgegriffen.

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