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+++ Die katholische Kirche hat offensichtlich Humor. Sie richtet eine Telefonhotline für Missbrauchsopfer ein. Richtig spannend wird es, wenn dann Opfer und Täter gemütlich miteinander telefonieren. Fehlt nur noch, dass die NPD eine Hotline für Opfer von Neonazi-Gewalt einrichtet. +++ Sechs Maultaschen für 42.500 Euro – die wegen sechs Maultaschen gekündigte Altenpflegerin erhält nach dem heute geschlossenen Vergleich 42.500 Euro Abfindung. So arbeitet man wohl in heutigen Zeiten wirtschaftlich. Die nächste Kündigung kann die Konstanzer Spitalstiftung ja dann „betriebsbedingt“ aussprechen – wenn man das Geld sinnlos raushaut, spart man ja überlicherweise anschließend am Personal. Oder man spart einfach am Essen der übrigen Heimbewohner. Dürfte bei der aktuellen Ernährungssituation auch nicht weiter auffallen. +++ Nun ist der „Preis der Leipziger Buchmesse“ im Verhältnis zum vorherigen Hype um die Nominierte/n recht still und leise verliehen worden. Anscheinend war die „extrem begabte“ intertextuelle „Autorin“ mit ihrem Remix der Jury dann doch ein paar Grade zu heiß. +++

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Urheberrecht mal anders

Neulich im Internet: Es wird heftig diskutiert über eine aktuelle Abmahnwelle. Da soll ein Webseitenbetreiber einen vierstelligen Betrag an eine Bildagentur zahlen, weil er eine Wolke aus dem Bestand der Agentur auf seiner Webseite hatte.

Ein weiterer Fall: Eine Webseitenbetreiberin kauft eine Lizenz für ein Bild von einer Firma, das sie dann auf ihrer Webseite verwendet. Acht Jahre später – das Unternehmen existiert inzwischen nicht mehr – bekommt sie eine Abmahnung von einem anderen Unternehmen, das behauptet, schon immer die Rechte an diesem Bild gehabt zu haben. Rechnung und ordentlich erworbene Lizenz werden nicht anerkannt. Sie kauft von dem zweiten Unternehmen eine neue Lizenz für das Bild.

Noch ein Fall (nicht nur aus dem Internet): Eine „Autorin“ veröffentlicht in einem großen Publikumsverlag ein Buch, das sie aus diversen anderen Werken abgeschrieben hat. Sie beschreibt darin Dinge, die nicht sie, sondern andere erlebt haben, nicht mit ihren, sondern mit deren Worten. Nachdem die Beweise auf dem Tisch liegen, gibt sie es zu, nennt ihr Machwerk ein „Remix“ und ihr Tun „Intertextualität“. Unrechtsbewusstsein: Fehlanzeige.

„Autorin“ und Verlag bekommen eine saftige Abmahnung, das Buch wird Makulatur. Der Vertrag mit der „Autorin“ wird vom Verlag fristlos gekündigt, eine Vertragsstrafe obendrein fällig. Der Verlag kauft die Rechte des Originalwerkes und veröffentlicht dieses umgehend. Es wird mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet und stürmt die Bestsellerlisten.

So weit der gesunde Menschenverstand.

Die Realität: Die „Autorin“ wird hofiert, viele Medien wiegeln ab, sehen „trotzdem Talent“, suchen eifrig weitere Argumente zur Rechtfertigung des Diebstahls. Die Jury beschließt, sie auf der Nominierungsliste für den Preis der Leipziger Buchmesse zu lassen, weil sie „extrem begabt“ sei. Der Verlag bedauert, holt nachträglich die Urheberrechte bei einem der Originalautoren ein, sieht aber ansonsten keine Veranlassung, auf diese Einnahmequelle aus gutem Hause zu verzichten.

Die Moral von der Geschicht: Wer in der richtigen Kantine gegessen hat, braucht sich über manche Dinge keine Sorgen zu machen.

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P. S.: Ob die Bildagenturen inzwischen akzeptieren, wenn man die Verwendung ihrer Bilder ohne Lizenz mit „Interimagoalität“ begründet, ist mir nicht bekannt.

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